
Pflegeübungen
Wir bieten all unseren Mitgliedern und Waldinteressierten die Möglichkeit an Pflegübungen teilzunehmen. Neben waldbaulichen Aspekten, zum Beispiel der Behandlung von Mischbeständen, werden auch betriebswirtschaftliche Faktoren, wie Erlöse und der Steuerung des Holzzuwachses durch Durchforstungen näher eingegangen.
Termine werden auf unserer Internetseite oder über unser Rundschreiben bekanntgegeben.
Wörnitzstein am 15.05.2026
Am 15.05.2026 hat die Fa. Grob Baumservice unter Anleitung von Johann und Johannes Grob in Zusammenarbeit mit der WBV Nordschwaben e.V. einen Pflegeinformationskurs im Wald der Familie Grob abgehalten. Es hatten sich 30 Waldinteressierte zusammengefunden.
Ziel der Akton war, welche Baumarten sind für die Zukunft sinnvoll und wie sollen sie gepflegt werden.
Zukunftsbaumarten sind Baumarten, die gut mit Hitze, Trockenheit und Extremwetter zurechtkommen und gleichzeitig ökologisch und wirtschaftlich interessant bleiben. Beispiel hierfür sind:
- Stieleiche, Traubeneiche - sehr rochenheitstolerant, tiefwurzelnd
- (Berg-), Spitz- und Feldahorn - wachsen mäßig schnell, standfest
- Elsbeere, Speierling, Esskastanie, Wildkirsche und Baumhasel - wertwolle Laubhölzer mit hoher Qualität, jedoch konkrenzchwach
- Tanne, Douglasie - für geeignete Lagen interessant, allerdings auf Herkunft und Standort achten
- Hainbuche, Winterlinde - stabil, schattentolerant, als Nebenbaumart zur Hauptbaumart
- Birke, Pappel - Pionierarten mit guter Klimaflexibilität, aber nur begrenzte Dauer
Diese Arten werden gezielt gefördert, um die genetische und strukturelle Vielfalt zu erhöhen und so den "Wald der Zukunft" zu formen.
Am praktischen Beispiel vor Ort konnten wir Kulturen von verschiedenen Pflanzjahren (2017, 2019, 2021) durchschreiten. Dabei wurden viele interessante Fragen und Antworten ausgetauscht.
Im Einzelnen wurden den Waldinteressierten folgende Punkte aufgezeigt:
Kulturpflege
Sicherung der Kultur, Nachbesserung ausgefallener Pflanzen, bedrängende Konkurrenten z.B. Brombeere, Gräßer, Pionierarten zurückschneiden,
Pflegemaßnahmen im Jungwald JP
Die Jungbestandspflege erfolgt meist bei Baumhöhen zwischen 3 und 10 m und dient dazu Konkurrenz zu lenken:
- Ziele: stabile, gemischte Bestände mit vitalen Zukunftsbäumen aufbauen
- Vorgehen: schwächere oder bedrängte Bäume um ausgewählte Ziel- oder Zukunftsbäume herum entfernen oder zurückschneiden
- Turnus: etwa alle 3 - 5 Jahre Pflegekontrolle
- Kriterium: Vitalität und Stabilität gehen meist vor reiner Qualität
Augenmerk liegt darauf, konkurrenzschwache aber klimastabile Arten durch gezielte Freistellung zu fördern.
Jung-Durchforstung JD
Ab etwa 8 - 12 m Bestandshöhe beginnt die Jungdurchforstung.
Wichtige Punkte lauten:
- Auswahl von Zukunftsbäumen (ca. 100 pro ha) nach Vitalität, Stabilität und Qualität
- Abstand von 8 - 12 m zwischen den Zielbäumen
- Maßnahme: pro Zielbaum 1 - 2 Bedränger entnehmen, um Kronenausbau und Dickenwachstum zu fördern
- Ergebnis: stabiler Mischbestand mit Entwicklungsraum für Laub- und Nadelholzarten
Wertastung
Wertartung dient der Qualitätsverbesseerung wertvoller Einzel- und Zukunftsbäume
- Zeitpunkt: ideal im Frühjahr - Sommer (Mai bis Juli) damit die Wunden schnell geschlossen werden
- Werkzeug: Handsäge bzw. Teleskopsäge
- Ziel: astfreier, gerader Schaft mit 4 - 6 m Höhe
- Wichtig: keine großen Wunden, Äste sollen max. 3 - 5 (8) cm dick sein, Ast ggf. vorher Kappen - Ausschlitzen vermeiden
Im Praxisbezug wurde auch gezeigt, wie Bäume als Zukunftsbäume gezielt ausgewählt und angezeichnet werden. Deren Bedränger entfernt werden und die Astung zu erfolgen hat.
Die WBV Nordschwaben führt laufend Informationsveranstaltungen durch, die wir auf unserer Home einstellen.
Ihr WBV-Team

